Chronik

Der VVDE – seit mehr als 110 Jahren Spezialversicherer für Verkehrsunternehmen auf Schiene und Straße

Die Gründungsphase des VVDE fiel in die Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Treibende Kraft war seinerzeit der Unternehmer Theodor Friedrich Carl Lenz (1846-1930). Der Gründer und Geschäftsführer der Lenz & Co. GmbH mit Sitz in Stettin hatte sich mit dem Bau und Betrieb von Eisenbahnen einen Namen gemacht. Lenz widmete sich höchstpersönlich der vielen fachlichen Einzelfragen im Zusammenhang mit der Gründung des "Haftpflichtverbandes Deutscher Eisenbahn- und Kleinbahnverwaltungen" und schon kurz darauf der Umwandlung in den "Versicherungsverband Deutscher Eisenbahnen und Kleinbahnen zu Berlin VVaG", den das "Gesetz über die privaten Versicherungsunternehmungen" vom 12. Mai 1901 notwendig gemacht hatte.

Am 26. März 1904 war es dann endich so weit: Im Berliner Restaurant "Zum Spaten" in der Friedrich­straße 172 fand die konstituierende Generalversammlung mit der Wahl von Aufsichtsrat und Vorstand statt. Zum ersten Aufsichtsratsvorsitzenden wurde der Jurist und Landrat des Land­kreises Grimmen, Freiherr Axel von Maltzahn, gewählt, zum ersten Vorstandsvorsitzenden der Verkehrsdirektor Paul Awe von der Lenz & Co. GmbH bestimmt.

Seit den 1950er Jahren haben viele Mitglieder des VVDE ein zweites Standbein im Kraftfahrverkehr aufgebaut; der Versicherungsverein hat hierauf mit einer Ausweitung seines Versicherungsangebotes auch auf Kraftfahrtrisiken reagiert. Ebenso verhielt es sich dann bei der Trennung von Fahrbetrieb und Schiene im Zuge der Bahnstrukturreform des Jahres 1994: Auch reinen Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) stand und steht der VVDE offen.

Und so kann sich der VVDE heute als Spezialversicherer für Bahn-, Bus- und regionale Güterverkehrsbetriebe mit langer Tradition – insbesondere in der Versicherung von Eisenbahnrisiken – präsentieren.

Die Meilensteine der VVDE-Historie sind auf der nachfolgenden Zeitachse dargestellt:

18. März 1896

Konstituierende Generalversammlung des "Haftpflichtverbandes Deutscher Eisenbahn- und Kleinbahnverwaltungen"

26. März 1904

Umwandlung des Haftpflichtverbandes in den rechtsfähigen "Versicherungsverband Deutscher Eisenbahnen und Kleinbahnen zu Berlin VVaG"

30. Januar 1906

Zulassung zum Geschäftsbetrieb durch das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung

3. Dezember 1906

Genehmigung der Satzung durch das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung

3. Januar 1907

Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Mitte

15. August 1907

Eröffnung des eigentlichen Versicherungsbetriebes und Erlöschen des Haftpflichtverbandes

1932

300 Bahnen als Mitglieder

1937 - 1944

"Verreichlichung" von 20 Mitgliedsbahnen

1945 – 1948

Verlust von 133 Mitgliedsbahnen durch Gebietsabtretungen an die UdSSR und Polen sowie durch Enteignungen in der DDR

1. Januar 1949

Verlegung der Hauptverwaltung nach Hamburg

8. September 1949

Erste Hauptversammlung nach dem Krieg in Lübeck-Travemünde

10. April 1951

Verlegung des Verbandssitzes von Berlin und der Verwaltung von Hamburg nach Frankfurt (Main)

28. Juni 1967

Änderung des Namens in "Versicherungsverband Deutscher Eisenbahnen VVaG" und Verlegung des Sitzes von Frankfurt (Main) nach Köln

1. Oktober 1967

Umzug der Verbandsgeschäftsstelle nach Köln

1979

Chronik von Dr. Kurt Krüger, 75 Jahre Versicherungsverband Deutscher Eisenbahnen VVaG: 1904 - 1979

17. Februar 2004

VVDE erstreitet BGH-Grundsatzurteil zur Geltung des § 1 HaftPflG auch im Verhältnis zwischen EVU und EIU

6. Mai 2004

100-Jahr-Feier in Berlin